Die Omikron-Welle ist noch nicht ausgestanden und man hat allerseits das Gefühl es würde eine Vogel Strauß Strategie verfolgt – „Kopf in den Sand“: man wartet ab und hofft das beste. Und ehrlich gesagt kann man gegen Corona auf individueller Basis auch nicht viel mehr tun. Alle sind müde, erschöpft und man wird abgestumpft und emotionslos. Aber darum soll es gar nicht gehen.

Als UnternehmerIn ist es wichtig, die Zukunft im Blick zu behalten. Und da zeichnet sich doch ein gewisses „Ende“ der Pandemie ab. Leider ist es töricht anzunehmen, dass uns der Zustand von 2019 wieder erwartet. Das Virus wird nicht weggehen und vermutlich nicht so bald zur „Erkältung“ erklärt werden und damit ist dann alles vorbei. Auch „Freedom Days“ und Happy End Parties wird es eher nicht geben – es ist halt alles kein Kinoblockbuster. Das heißt, dass wir auch weiterhin ein paar ungeliebte Maßnahmen auf Abruf erwarten dürfen.

Die Wissenschaft beschäftigt sich schon länger mit dem Thema, was nach der Pandemie bleiben wird oder sich ganz allgemein ändern wird. Ein aktuelles Beispiel ist der Twitter-Thread von Dr. Lisa Iannattone aus Montreal. Sie beschreibt, dass es eine Art „Covid Protokoll“ geben wird, das immer dann aktiviert wird, wenn es lokale Ausbrüche gibt. In hoffentlich vorher durchgerechneter und geplanter Kosten-Nutzen-Abwägung wird dann z.B. ein Alkohol- oder Tanzverbot verhängt. Ausreichende Testkapazitäten und Masken sollen auf Vorrat bereitgehalten werden und Unternehmen müssen vorbereitet sein.

Gute Friseur-UnternehmerInnen müssen sich bereits jetzt überlegen, welche Maßnahmen bei einem lokalen Ausbruch schnell und effektiv sind und daher höchstwahrscheinlich für seinen Salon relevant sind. Spielen wir ein paar Ideen durch.

Masken- und Testpflicht

So dürfte bei einem Ausbruch unstrittig eine Masken- und vermutlich Testpflicht vor dem Betreten von Innenräumen aktiviert werden. Da wir einen Mangel an Masken höchstwahrscheinlich nie wieder erleben werden, ist hier wichtig, dass die Mitarbeitenden akzeptieren, dass sie immer mal wieder mit Masken arbeiten werden müssen. Die Tests in naher Zukunft werden hoffentlich noch einfacher zu benutzen sein als jetzt (z.B. Atem oder Lolli-Tests), so dass dies nicht zu einer Gästeflucht führt.

Mindestabstände

Man sollte zudem damit rechnen, dass Mindestabstände und Beschränkungen bei der Gästezahl pro Quadratmeter eingeführt werden. Wer hier als Friseur-Salon von vornherein viel Platz eingeplant hat, hat damit wenig Probleme. Ein zu kleiner Salon rächt sich dann, daher bei der Standortsuche lieber einen großzügigen Eingangsbereich oder dynamisch veränderbare Bedienplätze einplanen, um schnell umbauen zu können.

Hygienekonzept

Sicherlich werden die Behörden dauerhaft ein Auge auf ein ordentliches Hygienekonzept haben. Wie in der Lebensmittelindustrie werden auch Körpernahe Dienstleister in der Zukunft häufiger mit Kontrollen konfrontiert sein.

Kontaktverfolgung

Eine Kontaktverfolgung wird es hoffentlich geben, ohne dass jeder Gastkontakt einzeln erfasst werden muss. Technisch am einfachsten wäre eine Datenschutz-konforme App wie die Corona-Warn-App, die bei einem lokalen Ausbruch dann verpflichtend installiert sein muss und bei Kontrollen vorgezeigt werden muss. Die Nicht-Smartphone-Nutzende zeigen dann einen QR-Code, genauso wie jetzt das Impfzertifikat. Bis diese Lösung existiert, bleibt die manuelle Adresserfassung bei jedem Besuch mittels Terminsystem oder auf Papier.

Quarantäne

Komplizierter und unangenehmer wird es, wenn entweder zu viele Gäste oder Mitarbeitende in Quarantäne oder ganze Stadtteile in einen Lockdown müssen. Mit einer guten Strategie bei massenhaften Stornierungen und Terminverschiebungen kann man viele Gäste in die Zeit nach der Quarantäne retten. In den Lockdowns 2020 und 2021 haben die Salons hier viel gelernt. Über die Terminsysteme wurden alle Gäste informiert und bei sich abzeichnender Wiedereröffnung erweiterte Buchungszeiten aktiviert.

Flexible Mitarbeitende und Arbeitszeitkonten sind dann so wichtig wie die Anerkennung und Wertschätzung durch den Chef oder die Chefin. Und im Gegensatz zu früheren Lockdowns werden die Gäste nach einer Quarantäne ihre verschobenen Termine sicher frühstmöglich wahrnehmen wollen – denn die allgemeine Unsicherheit und Angst vor Corona ist dann nicht mehr Taktgebend, die Quarantäne oder ein kurzer Lockdown werden als (relativ) normal betrachtet.

Alles wird gut.

In einigen Jahren werden uns viele Maßnahmen als völlig normal vorkommen und vielleicht wird es viel weniger oder noch mehr Maßnahmen geben. Wer als UnternehmerIn vorbereitet ist, kann sich leicht einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten. Achte die Möglichkeiten und erwartbare Veränderungen und du wirst nie mehr überrascht sein als andere.